IG Amphibienschutz informiert:
Das Waldgebiet entlang der Straße nach Oberberken ist seit jeher Heimat für eine große Population Erdkröten, aber auch für Grasfrösche und Molche und vereinzelt sogar Feuersalamander. Durch die Straße nach Oberberken wird ihr Lebensraum leider zerschnitten und der Bestand der überdies geschützten Tiere erheblich gefährdet.
Vor allem im Frühjahr, wenn sich fast zeitgleich hunderte paarungsbereite Tiere auf den Weg zur Paarung und Laichablage machen, würden ohne unsere Schutzmaßnahmen die meisten von ihnen binnen weniger Tage plattgefahren und als Häufchen Matsch auf der Straße enden. Ein Überleben des Bestands wäre so kaum möglich.
Auf der stark befahrenen Straße endet fast jeder Versuch der Tiere, diese Straße zu überqueren tödlich.
Amphibien bewegen sich nun mal ganzjährig zwischen verschiedenen Lebensräumen hin und her - Straßen sind dabei eine tödliche Gefahr.
Um diese Gefahr zu entschärfen werden im Frühjahr seit vielen Jahren von der Interessengemeinschaft Amphibienschutz Krötenzäune aufgestellt um die Tiere dadurch am Überqueren der Straße zu hindern. Und somit sicherzustellen, daß die Amphibien zur Paarung ihren See erreichen.
Das Aufstellen der Zäune und deren tägliche Betreuung lässt sich mit der gegenwärtigen Anzahl an Helfern allerdings nicht mehr ausreichend bewerkstelligen, weshalb wir die Betreuung dieser Strecke schweren Herzens an die Naturschutzbehörde zurückgegeben haben.
Die effektivere und optimalere Lösung wäre ohnehin ein "Krötentunnel“ - eine fest installierte Amphibienschutzanlage, die ganzjährig und dauerhaft den Tieren zur Verfügung steht. Um eine solche Anlage bewerben wir uns bereits mehrere Jahre. Seitens der Naturschutzbehörden gab es 2010 erfreulicherweise die Auskunft, daß sie den Bau einer Anlage befürworte und inzwischen stehen auch die notwendigen Gelder dafür zur Verfügung. Eine wirklich sehr erfreuliche Aussicht !
Bis zum Bau der festen Leiteinrichtung übernahm nun für 2011 die Naturschutzbehörde die Absicherung der Krötenwanderung durch den Aufbau der Zäune und deren Betreuung.
Leider verfügt die Behörde nun aber auch nicht über genügend Kapazitäten an Helfern, um die wandernden Amphibien wirksam und erfolgreich zu schützen. Vor allem, was das Einsammeln der Tiere und das Instandhalten des Zaunes angeht.
Es droht das massenhafte Überfahrenwerden der Kröten und Frösche, die durch nicht rechtzeitig aufgestellte oder mangelhaft betreute Zäune letztlich doch auf der Straße landen und dort überfahren werden ! Zudem drohen Verluste durch Vertrocknen, wenn die Tiere nicht täglich aus den Eimern am Zaun befreit werden.
Aus tierschützerischer, aber nicht zuletzt auch aus politischen Gründen, wäre dies eine Katastrophe, weil der Bau der festen Schutzanlage seitens der Behörden verständlicherweise nur befürwortet wird, wenn ein überzeugend großer Bestand wandernder Amphibien vorhanden ist.
Werden dieses Jahr also durch nur mangelhaft betreute Zäune zu viele Tiere überfahren oder sterben in den Eimern weil sie nicht befreit werden, stirbt damit bis auf weiteres auch jegliche Perspektive für den Bau einer dauerhaften Untertunnelung der Straße für Kröten & Co!
Und das, obwohl (!) die Gelder dafür inzwischen zur Verfügung stehen und erste Planungen für den Bau bereits erfolgt sind.
Die dauerhafte Rettung eines bislang intakten Bestandes an den geschützten Amphibien wäre somit nicht mehr zu erreichen.
Deshalb ist es uns ein großes Anliegen, kurzfristig doch noch genügend Helfer für die Betreuung dieser Strecke zu finden!
Interesse ?
Details gerne bei der Interessengemeinschaft Amphibienschutz
Tel.: 07151/6044101
oder
Tierschutzverein Schorndorf e.V., Hegnauhofweg 105
73614 Schorndorf Tel.: 07181/68573 07181/65476